Unter Modernisierung versteht man im Mietrecht bauliche Massnahmen des Vermieters, die den Gesamtwert den Gebrauchswert deiner Mietwohnung nachhaltig erhöhen. Doch darf der Vermieter deine Wohnung einfach umbauen und was sind deine Pflichten?

Grundsätzlich gilt: Wenn der Umbau zumutbar ist, dann darf der Vermieter deine Mietwohnung umbauen. Dabei bist du als Mieter dazu verpflichtet bei diesem Umbau mitzuwirken und entsprechende Vorbereitungen zu treffen, d.h. es müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit der Modernisierung nichts im Weg steht. somit musst du auch dafür sorgen, dass deine Möbel ausreichend geschützt sind und beim Umbau nicht beschädigt werden können.

Die Pflichten des Vermieters sind es, die Unannehmlichkeiten für den Mieter so gering wie möglich zu halten. Allerdings kommt der Schlag meist erst nach der Modernisierung, denn jetzt fallen womöglich höhere Mietzinsen an.

Modernisierung – was solltest du jetzt tun?

Während der Zeit des Umbaus ist es meist für eine gewisse Zeit nicht möglich in den eigenen Räumlichkeiten zu wohnen. Die Mietzinsen fallen während dieser Zeit nicht weg! Deswegen ist es extrem wichtig für diese Überbrückungszeit beim Vermieter eine Mietzinsreduktion zu beantragen.

Wie hoch diese Reduktion ist, hängt vom Ausmass des Umbaus ab. Lehnt der Vermieter die Reduktion ab, so kannst du mit allfälligen rechtlichen Schritten bis zum Ende der Bauarbeiten zuwarten: Erst nach dem Umbau lässt sich definitiv sagen, um wie viel und für welchen Zeitraum die Miete reduziert werden muss.

Deshalb solltest du Vorschläge seitens des Vermieters während dem Umbau auf keinen Fall annehmen und erst nach Beendigung der Arbeiten Reduktionsvorschläge akzeptieren. Zudem ist es wichtig, dass du auf keinen Fall von selbst beginnst weniger Miete zu bezahlen. Ansonsten könntest du am Ende derjenige sein der gebüsst wird.

Umziehen oder weiter wohnen

Vor jeder Modernisierung stellt sich die grundlegende Frage: Lohnt es sich überhaupt diese Tortur über sich ergehen zu lassen, oder sollte man gleich eine neue Wohnung suchen?

Diese Frage können wir dir leider nicht beantworten. Grundsätzlich ist der Umzug in eine neue Wohnung entspannter als die Modernisierung der alten Wohnung auszuharren und am Ende noch mehr Miete für die umgebaute Wohnung zu zahlen.

Mietzinserhöhung innert 30 Tagen prüfen lassen

Solltest du dich dafür entscheiden in der modernisierten Wohnung zu bleiben ist es wichtig zu wissen, dass der Vermieter auf den nächsten vertraglichen Kündigungstermin den Mietzins erhöhen kann. Es dürfen sich dabei nur werterhöhende Investitionen auf den Mietzins auswirken.

Werterhaltende Investitionen dürfen sich hingegen nicht auf den Mietzins auswirken. Die Erneuerung der Küche oder Badzimmer darf  sich ohne wesentliche Änderungen nicht auf den Mietzins auswirken.

Häufig wird zu viel berechnet. Weil die Berechnungen bei Wertvermehrung kompliziert ist, empfiehlt es sich die Mietzinserhöhung sofort durch den Mieterinnen- und Mieterverband prüfen zu lassen. Dazu kannst du alle Informationen zu allen relevanten Zahlen zur Prüfung dir aushändigen lassen. Wichtig: Wird die Frist von 30 Tagen für die Anfechtung verpasst, gilt die Mietzinserhöhung, auch wenn sie sich als missbräuchlich erweisen sollte.

Kennst du einen Freund, dem bald einen Umbau der Wohnung bevorsteht, dann teile diesen Beitrag mit ihm und weise ihn auf die wesentlichen Tücken einer Modernisierung hin.